i say sitaki kurudi.

August 30th, 2010

Arg, spät aber vielleicht liest es jemand.

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Ich werde jetzt mal schreiben wie unser Theaterding denn so lief, mal sehen ob ich mich noch erinnern kann. Die Zeit vor der Aufführung war in jeder Hinsicht intensiv. Vor- und nachmittags wurde geprobt, dazwischen über Werbung nachgedacht, das Bühnenbild zusammengeschustert, mit Vermietern diskutiert, erschöpfte Kinder motiviert. Und wir alle gingen an unsere Grenzen. Was uns die Probenzeit erheblich erschwert hat, was aber auch irgendwie abzusehen war, war die Tatsache, dass weder die Kinder, noch Lugano, noch der Doktor, noch „alle anderen“ wussten, was wir eigentlich vorhatten. Da half auch viel erklären nicht. Therese und ich haben an uns und die Kinder hohe Ansprüche gestellt, der Text musste einfach sitzen – das hat sich der ein oder andere Ema oder Said leichter vorgestellt. Und so wurde es ein Kraftakt und mit dem Gedanken im Hinterkopf, dass so ein vollwertiges Theaterstück für unsere Jungs doch ein paar Nummern zu groß ist, haben wir das Ding gestemmt.

Drei Wochen vor der Aufführung hatten wir die Leute von Mwanzaleo (siehe letzten Blogeintrag) kennengelernt und mit ihnen zusammengearbeitet, auch haben wir Unterstützung von dem Mobilfunkprovider TIGO und PEPSI bekommen (10 Kästen Soda. Juhu!). Das Team von TIGO ist sogar vor der Show mit einem Bus durch ganz Mwanza gefahren und hat über große Boxen den Chronist der Winde promotet. Oo

Das Programm las sich dann wie folgt: Mwanzaleo hat verschiedene Künstler auf die Bühne geschickt die tanzten bzw. sangen und nach ca. einer halben Stunde folgte unmittelbar das Theaterstück (1,5 Stunden). Hinterher war noch etwas Kinderdisko angesagt, TIGO hat uns extra einen DJ gestellt.

Wenn ich jetzt ein Fazit ziehen soll, so fällt es ganz klar positiv aus. Uns hat eine Hauptprobe und eine Genealprobe gefehlt und das war übles Pech und die Schuld von irgendwem aber nicht uns. Dadurch hat es an Sicherheit gemangelt. Außerdem hätte ich mir mehr Zuschauer erhofft, TIGO-Promo und Plakate haben nicht die Massen angelockt wie erwartet. Aber die Zuschauer waren begeistert, die Kinder außer sich vor Stolz und hinterher wurde im Scheinwerferlicht und Applaus gebadet. Am Abend war die meistgestellte Frage an mich: „Wann machen wir so etwas noch einmal?“. Also künftige Freiwilligen-Generationen werden es leichter haben.

Nachdem die Vorhänge gefallen waren, nahm der seichte Trott des Freiwilligenlebens in Tansania uns voll und ganz in Beschlag ( Uhh, maisha magumu!!!). Kurz: nichts Erwähnenswertes passierte.

Irgendwann trafen Romy und Rebecca ein und kurz darauf die neuen Freiwilligen (Laura und Jakob) und mit ihnen die Verpflichtung, sie sanft in den Alltag einzuführen. Da wurde Suaheli gelehrt, die Stadt gezeigt und alles was man so macht um ein paar Grünköpfen die Materie nahezubringen. Ihr kennt das bestimmt.

Die letzte Woche habe ich meine Freundin in der Kleinstadt Nzega in der Nähe von Tabora besucht und war also Gast in einer großen muslimischen Familie. Im Moment ist der Fastenmonat Ramadan, was aber nicht davon abhalten konnte, den Herd anzuschmeißen und den Christen aus der Ferne rund um die Uhr kulinarisch zu verwöhnen. Jetzt habe ich ein kleines Bäuchlein. Als ich in Mwanza am Busbahnhof ankam wurde ich unfreiwillig Zeuge, wie ein Dieb zu Tode geprügelt wurde. Weil man so etwas nicht alle Tage sieht und ich auch nicht wirklich darauf vorbereitet gewesen bin, könnt ihr sicherlich eine gewisse Schockreaktion meinerseits nachvollziehen.

Montag geht’s los nach Dar, Mittwoch in den Flieger, Samstagnachmittag Kaffee und Kuchen in der Paul-Steen-Str. 22. Wer das hier liest ist herzlich eingeladen.

Um jetzt aber denjenigen unter euch, die des Suahelis nicht mächtig sind etwas Klarheit zu schenken und auch um meiner allgemeine Grundstimmung im Moment noch einmal explizit Ausdruck zu verleihen, möchte ich diesen wahrscheinlich letzten Eintrag auf dieser Seite abschließen mit der sinngemäßen Übersetzung der Überschrift und zwar mit „ICH WILL HIER NICHT WEG!“

Ps. weil es mich interessiert: Die Kosten des Theaterdings haben sich zusammengesetzt aus Textbücher (8€), Raummiete (40€), Spanplatten (45€), Elektriker und Elektronik (20€), diversen Stoffen und dem Nähen derselben (50€), Anmeldegebühr des Events (15€), ein „Dach“ für den Chronisten (20€), Kleinkram wie Klammern, Farbe, Klamotten (20€). Zusammen ca. 200€, über die Hälfte haben wir netterweise von Alex‘ Onkel bekommen, der Rest ist nicht weiter tragisch.

ein paar Infos und Eindruecke

Juli 1st, 2010

Nachdem der erste weggelaufen und der zweite gestorben ist, haben wir einen neuen Koeter. Er heisst Mangi, in der Sprache Kichagga bedeutet das Koenig.

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Ausserdem vielleicht interessant ist eine praesentation, die Therese erstellt hat und fuer eine Schulklasse in Deutschland gedacht ist.

Ich glaube man bekommt einen tollen Eindruck von dem, wie es hier aussieht usw.
Presentation

und wir ruehren die Werbetrommel fuer unser Theaterding. Anbei der englische Flyer, kiswahili wird anders. Gleich gehts zu Pepsi und Cole, wir hoffen auf gratis Brause.

WERBE ganz

schoene Gruesse und so weiter

ps. grr bei mir machen die pdf dateien gerade probleme, anscheinend hat da was mit dem Hochladen nicht so geklappt, kuemmere mich da demnaechst mal drum bzw vllt liegts nur am pc oder internet hier

pps. pdfs gehen wieder, HIER noch eine recht neue Website, die ueber mwanza informiert und was hier so abgeht. Mit den Leuten hier der Site machen wir das Theaterding zusammen . Darum auch die Domain auf dem Plakat.

Drama, drama in Tanzania

Juni 17th, 2010

Wo soll ich jetzt anfangen?

Ersteinmal geht es mir gut. ich frage mich, wo die letzten Monate geblieben sind und träume (wieder) von Deutschland. Mwanza steht noch, “unsere” Waisenkinder sind noch vollzählig, Fisch gibt’s immernoch genug. Das Leben geht weiter.

Wir machen Theater und das ist anstrengend aber auch spaßig. Seit ca zwei Wochen sind Therese und ich täglich mit den Kindern am Proben und ich habe das Gefühl, dass sie langsam verstehen, was wir da machen. Zum Proben und Aufführen haben wir uns eine ehemalige Disko gemietet, die mit einer Bühne ausgestattet ist und mit relativer Abgeschiedenheit von ablenkendem Lärm und der Möglichkeit, sie komplett abzudunkeln, tolle Bedingungen bietet.

Die Kinder haben oft eine andere Vorstellung davon, wann eine Szene aufführungsreif ist, Theater in dem Sinne wie wir es kennen, ist einfach nicht vorhanden in Tanzania.

Aber es wird, es wird. Die ersten Requisiten sind gebastelt (eine Pistole und eine Eidechse), demnächst wird groß Stoff eingekauft, Musik organisiert, Plakate gestaltet, ein Bühnenbild gemalt und Kostüme besorgt. Kein Problem, wir haben ja noch locker zwei Wochen (Aufführungen: 2. + 3. + 4. Juli) oO.

Was das Projekt also angeht bin ich zuversichtlich, auch wenn viele Faktoren bis jetzt überhaupt nicht einzuplanen sind. Wird Publikum kommen? Wenn ja, werden sie das Stück verstehen? Ist es nicht viel zu sehr für eine “weiße” Zielgruppe geschrieben (das ist es eindeutig!)? Usw., usw.

Den zehn kleinen bei uns wurde vor kurzem ihr Urlaub nach Musoma nach Hause gestrichen und sie wissen es noch nicht. “We are facing financial problems.” Aber das ist nichts Neues. Mit Hilfe von englischen Freunden hat Dr. Andrew auf unserem kürzlich erworbenen Stück Land das Fundament für einen neuen Waisenheimkomplex gießen lassen und mittlerweile müssten auch schon die Mauern stehen. Naja, jetzt ist das Geld wieder alle. Das Grundstück befindet sich einige Kilometer außerhalb von Mwanza, Therese und ich waren ein mal da. Der Plan ist, dort neben einem neuen Waisenheim eine Privatschule aufzubauen und über die Schulgebühren das Heim zu finanzieren. Zukunftsmusik. Achso, der Doktor ist im Moment oft in Dar und Bagamoyo, im Juli sind wahlen und er hofft auf einem Sitz im Parlament. Also Daumen drücken :)

Josef, seine Cousine und ich

Josef, seine Cousine und ich

Und nochwas, ich war im Urlaub! Nach Bukoba, Tanzanias Bananen- und Kaffeehochburg, bin ich pünktlich zu “Senene”-Saison gekommen. Während der in regelmäßigen Abständen auftretenden Heuschreckenplagen wird aus der Not eine Tugend gemacht und so habe ich mehr von den Dingern in mich reingestopft als Bananen gegessen oder Kaffe getrunken.

Auf der Fähre schon hatte ich einen gleichaltrigen Tanzanier getroffen, mit dem ich zuerst einen reichen Onkel in Bukoba besucht habe und hinterher zu seinen Großeltern aufs Dorf gefahren bin. Bukoba ist das Land der Wahaya und mein Kumpel Josef, der in der Stadt aufgewachsen ist und das erste mal seine Großeltern getroffen hat, konnte nicht mit ihnen kommunizieren weil er die Stammessprache Kihaya nicht beherrscht und sein Babu eben nur diese.

Clemens beim Bananenbierstampfen

Clemens beim Bananenbierstampfen

Die vier Tage, die ich Gast war, waren unglaublich intensiv, die Unterschiede zur Stadt krass. Im Juli geht es nochmal hin, Bauer Clemens feiert Hochzeit.

Danach ging’s auf nach Kigali/Ruada für ein paar Tage bevor ich mich in den Bus nach Mwanza setzte. Die Stadt, in der vor sechzehn Jahren so viele tausend Menschen auf grausame Art umkamen, wirkt fast steril, gar nicht wie das Afrika, dass ich kenne. Ich kam bei Weltwärtsfreiwilligen unter (die sind echt überall!) und habe ansonsten ein bisschen Touriprogramm gemacht. Ruanda macht gute Laune. Während in Tanzania jede Woche irgendwelche neuen Hiobsbotschaften in den Zeitungen stehen, von neuen Koruptionsaffären über einbrechende Wirtschaftssektoren bis hin zu Piratenüberfällen im Viktriasee mit vielen Toten, ist das in dem kleinen Nachbarland anders (schon klar, die Medien sind komplett in staatlicher Hand).

In der Kneie wird dann das Destillat getrunken

In der Kneie wird dann das Destillat getrunken

Aber auch wenn man mit den Menschen auf der Straßen spricht. Viele sind wild entschlossen, Ruanda nach vorne zu bringen und es zur Vorzeigenation in Afrika zu machen, überall trifft man Tatendrang.

Jetzt bin ich zurück im Land der Resignation – wenigstens kann man hier ohne schlechtes Gewissen seinen Müll auf die Straße kippen…


Es herrscht Ordnung und Sauberkeit in Ruandas Hauptstadt

Es herrscht Ordnung und Sauberkeit in Ruandas Hauptstadt

So, das war es von mir mal wieder, Romy kommt demnächst nach Tanzania und kurz darauf auch die neuen Freiwilligen und dann bin ich auch schon wieder in Deutschland.

Bis dahin allen Lesern alles Gute.

Ps.: wer sich für Neuigkeiten und Kontroverses rund um das Weltwärtsprogramm interessiert, der sollte sich mal DIESEN Blog anschauen.

Schuelerzeitung

Mai 3rd, 2010

Es hat etwas laenger gedauert, unser ferienprojekt aus dem November/Dezember hochzuladen.

Bis auf kleine Ausnahmen ist die Zeitung auf Kisuaheli geschrieben aber ueber die Bilder kann man sich denkie ich auch einen kleinen Einblick in unsere Arbeit verschaffen. Ausserdem schreibe hier jetzt eine kurze Inhaltsangabe. Ach so, ich habe beim .pdf-Erstellen irgendwelche Regler zu weit geschoben und jetzt ist die Datei 180mb groß und zum Anschauen ist teilweise Geduld von Nöten.

Seite 6 und 7: Meinungsteil. Ein Text handelt darueber, wie man die Schulen in Tanzania ändern könnte/müsste, dann wird für und gegen das Schlagen in der Schule argumentiert und Lugano – unser Mitarbeiter – hat einen Text geschrieben über Kinder als unsere Zukunft.

Seite 8 bis 11: Schwerpunkt der Zeitung. Es geht um „unsere Träume“, also unsere Zukunftswünsche. Unsere Kinder haben andere Kinder interviewt und daraus haben wir recht interessante Statistiken erstellt. Danach erzählen drei unserer Kinder, warum sie Präsident, Schauspieler, Arzt werden wollen und in einem Interview erzählt Dr. Andrew, wie er es geschafft hat, Chirurg zu werden.

Seite 12 bis 14: Literaturteil. Nach einer selbsterdachten Kurzgeschichte, die als Sieger aus einem Wettkampf hervorging, folgt eine Zusammenfassung und Beurteilung des Buchs „Die Schatzinsel“, dass wir kurz zuvor auf Kisuaheli gelesen hatten.

Seite 15 und 16: Wieder ein Umfrageteil, aber diesmal kleiner. Die Kinder sind in unserer Nachbarschaft herumgelaufen und haben die Anwohner gefragt, was sie an unserem Stadtteil besonders mögen oder eben nicht mögen. Die Ergebnisse habe ich in einem Text zusammengefasst. Ein kleiner Artikel schließt an, in dem beklagt wird, dass nur so wenige Menschen bereit waren, Rede und Antwort zu stehen.

Seite 17: Rätsel- und Spaßseite. Comic, selbstgemachtes Kreuzworträtsel auf Englisch usw.

Seite 18 und 19: Sportteil. Ein Artikel über den Karateunterricht und einer über American Wrestling, was hier der absolute Hit ist.

Seite 20 bis 22: Hier geht es nur um das Mount Zion Kids Centre (auch auf Englisch). Der Gleiche Text in zwei Sprachen und die „Lebensgeschichte“ eines unserer Kinder.

Seite 23 unten: Lückenfüller. Zwei kurze Artikel über die Position der Frauern in der tansanischen Gesellschaft und das Problem der Albino-Verfolgung. Faszinierend, weil das wirklich nicht unsere Ideen waren.

Seite 26: letzte Seite. Drei gleiche Fragen, mehrere Befragte, Thema ist Gott.

So, und das alles gibt es hier zum downloaden und schmökern (und wer rechtschreibfehler findet… HONGERA!)

ein musikalischer Beitrag

April 14th, 2010

Und zwar gleich im Doppelpack:

1.  Pilot am Mic und ich rede im Intro (weil das als cool gilt

01 Spur 1.mp
2.   Ich singe in einem Chor und wir hatten sogar schon einen Auftritt, hier ist der Beweis:
Konzertspass

Konzertspass

Ansonsten gibt es eher weniger zu berichten, auf der Arbeit gab es in jüngster Vergangenheit ein paar probleme mit stehlenden Kindern… Dafür geht das Theaterprojekt voran, einige können ihren Text schon und anfang Mai fangen wir mit dem Proben an J

Allen Lesern alles Gute, demnächst gibts bestimmt mal wieder Umfangreicheres hier.

Neue Bilder!

März 23rd, 2010

leider nicht viele, das Internet macht mich hier wahnisinnig.

Zu finden unter picasaweb.google.com/stammrein

März 17th, 2010

Long time, no talk.

Was ist hier so passiert? Wir haben zehn neue Kinder im Waisenheim! Die sechs- bis siebenjährigen Jungs stellen uns vor ganz andere Herausforderungen als die zehn- bis vierzehnjährigen „alten“. Wo früher Textlesen angesagt war, werden jetzt die Vokale gepaukt, im Englischunterricht sind die Zahlen bis zehn das Maximum. Also alles ein paar Gänge zurück. Die zweite große Veränderung in meiner Einsatzstelle trägt den unscheinbaren Namen „tuishen“ (=Nachhilfe) und steht für den Beschluss, dass alle Grundschüler ab einer bestimmten Klassenstufe nach der regulären Vormittagsschule auch am Nachmittag unterrichtet werden. Ich weiß nicht genau, wer sich das ausgedacht hat, Auslöser ist wohl die katastrophale Durchfallquote bei den letzten Nationalexams (>50% haben die Grundschule nicht bestanden Oo). Aber ob das jetzt ein Elternbeschluss ist oder ob sich die Lehrer dadurch ordentlich was dazuverdienen können weiß ich nicht. Beides schon gehört.

Das heißt im Klartext, dass die 13 älteren Kinder mittags kurz zum Essen kommen um dann wieder bis um sechs in der Schule zu sein. Das ist natürlich sehr dumm für Therese und mich… Aber das passt schon alles, mit dem Direktor haben wir ausgemacht, dass die Kinder den Freitag „frei“ haben und so haben wir inkl. Wochenende 3 Tage für die älteren. Das geht in Ordnung und ist ein Kompromiss.

Neben dem erwähnten Schreib-/Leseunterricht  haben wir am Englischunterricht gefeilt und uns zur Aufgaben gemacht, den Wortschatz auszubauen. Seit fünf Wochen läuft ein „Vokabelspiel“, in dem durch wöchentliche Tests Punkte erworben werden können und auf einem riiiesigen Spielplan vorgerückt wird. Ab einer bestimmten Punktezahl gibt’s ein kleines Geschenk. Das motiviert, jeder möchte besser sein als der andere und wir haben schon tolle Erfolge erzielt. Abends lernen wir zusammen mit den Kindern, die es mit dem Englischen schwer haben.

Mein Theaterding steht in den Startlöchern, den Text zu Henning Mankells „Der Chronist Der Winde“ habe ich mit Pilot im letzten Monat ins Kiswahili übersetzt, die Ehefrau vom Doktor hat ihn korrigiert, und am Freitag werde ich ihn den Kindern vorstellen. Wenn sie auf die Aktion keine Lust haben, habe ich ein Problem :|

Wir leben hier übrigens gerade zu fünft, neben Pilot (den ich jetzt einfach mal offiziell zum WG-Mitbewohner erkläre), haben wir Besuch von Tillmann – einem Kumpel von Therese – und von Lea, einer alten Klassenkameradin von mir aus Waldorfzeiten, die in einer Vorschule ein dreimonatiges Praktikum absolviert.

Ansonsten alles beim Alten, bis bald mal.

 

Achso, wir haben einen Mount Zion Kids Centre – Flyer gebastelt, nix großes aber darf gerne HIIIIIER heruntergeladen und angeguckt und ausgedruckt und weitergegeben werden J

 

Februar 20th, 2010

Unsere Seminarleiter Jonas hat viele bunte Bilder von einer Januarwoche auf Sansibar hochgeladen. Hier sind sie:

Nummer eins

und

nummer zwei.

ich hoffe, das funktioniert, neuere Bilder kommen demnaechst usw usw.

alles Gute

fast halbzeit

Januar 30th, 2010

Wir sind immer noch im Urlaub und es geht uns ganz gut. Von Dar aus sind wir mit dem Zug nach Mbeya gefahren und haben dort ein paar Nächte bei anderen Freiwilligen verbracht. Wir sind Vulkane bestiegen und Berge erklommen und ich habe die Lust am Wandern entdeckt :) Danach sind wir an den Nyassa See gefahren, den sich Tansania mit Malawi teilt. In dem kleinen Dorf Matema gibt es zwar nur zwei Stunden Strom am Tag aber ansonsten fand ich’s schöner als auf Sansibar… Jetzt sind wir nach wiederum einigen Tagen bei Freiwilligen in Iringa in Sumbawanga gelandet wo wir herzlich von der „deutschen Connection“ willkommen geheißen wurden. Übermorgen dann an den Tanganjikasee, mit dem Schiff hoch nach Kigoma und mit dem Zug dann über Tabora nach Mwanza.

Ich habe jetzt keine Lust, viel mehr über unseren Urlaub zu schreiben. Wir treffen interessante Menschen erleben spannende Dinge und erreichen wunderschöne Orte. Denkt euch euren Teil.

Mit meinen Gedanken bin ich schon wieder bei der Arbeit im Waisenheim und bei den Plänen für das nächste Jahr. Therese und ich haben vor Kurzem überlegt, was bis jetzt gut lief und was wir verbessern können und das ist dabei herausgekommen: Der Lese- und Schreibeunterricht läuft bei einigen Kindern wirklich gut und kann auch noch intensiviert werden. Bei anderen wiederum, den „hoffnungslosen Fällen“, sind wir natürlich nicht hoffnungslos aber etwas ideenlos für die Zukunft. Nicht gut. Ebenfalls nicht besonders lief der Englischunterricht bezogen auf die Lernerfolge. Hier stehen wir vor dem Dilemma, dass die Kinder ja schon vormittags in der Schule im knallharten Frontalunterricht beschult werden und wir aus dem Grund eine spielerische Methodik in jedem Fall vorziehen. Nur bleiben die Wörter, die die Kinder über „Fisher, fisher, how deep is the sea?“ und ähnliche Vokabelspielchen lernen nicht wirklich hängen. Wahrscheinlich wird es im nächsten halben Jahr auf einen Kompromiss hinauslaufen, so dass wir zwar immer noch viel spielen und „alternativ“ unterrichten, aber in regelmäßigen Abständen auch Vokabeltests veranstalten werden. Das Zeitungsprojekt (ja, sie ist bestimmt bald mal online) war für alle beteiligten toll und intensiv wobei wir bei einem ähnlichen Projekt in der Zukunft den Kindern tendenziell mehr Aufgabenbereiche zutrauen möchten. Das könnte in sofern problematisch sein, als dass das Erstellen eines Layouts einen Grundschüler in jedem Fall überfordert. Man wird sehen. Meinen Theaterunterricht fand ich gut und sinnvoll und ich hoffe sehr, dass ich demnächst anfangen kann, mit den Kindern ein Stück einzuproben. Ui, ich freue mich! Therese’s Kunstunterricht kann ich nicht wirklich beurteilen, den Kindern hat er aber immer Spaß gemacht und im Idealfall kann er in das Theaterprojekt eingebunden werden (hatte ich schon erwähnt, dass ich mich darauf freue?).

So, mal was Selbstkritisches auf der Seite. Ich muss mich wirklich mal überwinden, hier öfter zu schreiben. Gestern wurde ich dazu ermutigt, als ich mal wieder in die Besucherstatistik geschaut habe und positiv überrascht wurde.

Morgen schaue ich mir das Waisenheim hier in Sumbawanga an – vielleicht schafft das ja einige neue Ideen.

Wie immer allen Lesern alles Gute und bis bald hier im Bongoblog.

mal wieder in Dar

Januar 10th, 2010

Dicke Schneedecken liegen über Deutschland, der Winter ist so kalt wie lange nichtmehr. In Hamburg ist die Temperatur seit zwei Wochen nicht über den Gefrierpunkt geklettert. In Dar Es Salaam ist es wärmer… so warm, das ich in Boxershorts vor dem Notebook sitze und der Ventilator an der Decke ununterbrochen surrt. Ich liebe ihn dafür.

Gestern sind Alex, Clara, Therese und ich nach einer ruhigen Fahrt von der Fähre gestiegen. In der Nase noch die Gerüche der Gewürzinsel, auf der wir uns rund zehn Tage aufgehalten hatten. Sansibar kann man mit ruhigem Gewissen und ohne Übertreibung als absolut traumhaft beschreiben! Ein wunderschönes Fleckchen Erde. Ich glaube am 20.12. haben wir in Stonetown in einem gemütlichen Guesthouse eingecheckt und waren erst einmal überwältigt von der Stadt mit ihren unübersichtlich vielen und kreuz und quer verlaufenden Sträßchen, den vielen Moscheen, den Leuten. Ich weiß nicht wie oft ich mich in der Innenstadt verlaufen habe aber ich habe es nie als negativ empfunden. Überall gibt es etwas zu entdecken, überall etwas zu sehen. Die wunderschönen sansibarischen Türen, einzigartige Mischung an Baustilen, die kulinarischen Genüsse nach vier Monaten Ugali.

Die anderen drei sind ziemlich bald auf ein Musikfestival in den Süden der Insel gefahren, ich habe mich ausgeklinkt und habe ein paar Tage alleine verbraucht in denen ich viel las („Sansibar oder der letzte Grund“ gewann eine ganz neue Qualität!). Silvester bin ich dann mit zwei Sansibaris in den Norden gefahren auf eine große Beach-Party. Abgesehen von den vielen „bleichgesichtigen“ Turis, dessen Anblick erstmal verdaut werden musste, war es ein netter Abend, den ich persönlich um 12 Uhr mit einem großen Cocktail in kniehohem Wasser des indischen Ozeans liegend mit Blick auf die tanzenden Massen und das Feuerwerk adelte.

Zurück in Stonetown und wieder zu viert brachten wir ein kleines Kulturprogramm hinter uns, lernten wo der Pfeffer wächst und wie der Sultan wohnte und hatte eine schöne Zeit. Am 4.1. Fuhren wir zusammen mit 14 anderen Weltwärts-Freiwilligen an die Ostküste zu unserem offiziellen Zwischenseminar (Anwesenheitspflicht!). Tja, was gibt es darüber zu berichten… Der Seminarort liegt direkt am Meer, der Konferenzraum war ein zu den Seiten hin offener Bungalow auf Stelzen und unter Palmen, abends wurde geschwommen, getrunken, am Lagerfeuer Anekdoten ausgetauscht. Thematisch fasste die fünftägige Veranstaltung das Reflektieren des bereits erlebten, den Umgang mit Problemen, das Planen der Zukunft im Projekt u.v.m. ein. Es wurde lebhaft diskutiert und auch so einiges geschafft. Mir persönlich war die Leitung zu locker, das Input zu gering und ob das Gelernte die 400€ aufwiegen kann, die Kawaida e.V. als Teilnahmegebühr für mich bezahlt hat, wage ich zu bezweifeln. Ich sehe also der letzten Woche mit gemischten Gefühlen hinterher.

Therese ist gerade in der Stadt um Zugtickets zu organisieren für unsere Fahrt nach Mbeya am nächsten Dienstag.

Ich wünsche allen Lesern alles Gute und verabschiede mich bis zum nächsten Eintrag auf diesen Blog. Dann wahrscheinlich aus dem Süden des Landes…

Jakob