i say sitaki kurudi.
August 30th, 2010Arg, spät aber vielleicht liest es jemand.

Ich werde jetzt mal schreiben wie unser Theaterding denn so lief, mal sehen ob ich mich noch erinnern kann. Die Zeit vor der Aufführung war in jeder Hinsicht intensiv. Vor- und nachmittags wurde geprobt, dazwischen über Werbung nachgedacht, das Bühnenbild zusammengeschustert, mit Vermietern diskutiert, erschöpfte Kinder motiviert. Und wir alle gingen an unsere Grenzen. Was uns die Probenzeit erheblich erschwert hat, was aber auch irgendwie abzusehen war, war die Tatsache, dass weder die Kinder, noch Lugano, noch der Doktor, noch „alle anderen“ wussten, was wir eigentlich vorhatten. Da half auch viel erklären nicht. Therese und ich haben an uns und die Kinder hohe Ansprüche gestellt, der Text musste einfach sitzen – das hat sich der ein oder andere Ema oder Said leichter vorgestellt. Und so wurde es ein Kraftakt und mit dem Gedanken im Hinterkopf, dass so ein vollwertiges Theaterstück für unsere Jungs doch ein paar Nummern zu groß ist, haben wir das Ding gestemmt.
Drei Wochen vor der Aufführung hatten wir die Leute von Mwanzaleo (siehe letzten Blogeintrag) kennengelernt und mit ihnen zusammengearbeitet, auch haben wir Unterstützung von dem Mobilfunkprovider TIGO und PEPSI bekommen (10 Kästen Soda. Juhu!). Das Team von TIGO ist sogar vor der Show mit einem Bus durch ganz Mwanza gefahren und hat über große Boxen den Chronist der Winde promotet. Oo
Das Programm las sich dann wie folgt: Mwanzaleo hat verschiedene Künstler auf die Bühne geschickt die tanzten bzw. sangen und nach ca. einer halben Stunde folgte unmittelbar das Theaterstück (1,5 Stunden). Hinterher war noch etwas Kinderdisko angesagt, TIGO hat uns extra einen DJ gestellt.
Wenn ich jetzt ein Fazit ziehen soll, so fällt es ganz klar positiv aus. Uns hat eine Hauptprobe und eine Genealprobe gefehlt und das war übles Pech und die Schuld von irgendwem aber nicht uns. Dadurch hat es an Sicherheit gemangelt. Außerdem hätte ich mir mehr Zuschauer erhofft, TIGO-Promo und Plakate haben nicht die Massen angelockt wie erwartet. Aber die Zuschauer waren begeistert, die Kinder außer sich vor Stolz und hinterher wurde im Scheinwerferlicht und Applaus gebadet. Am Abend war die meistgestellte Frage an mich: „Wann machen wir so etwas noch einmal?“. Also künftige Freiwilligen-Generationen werden es leichter haben.
Nachdem die Vorhänge gefallen waren, nahm der seichte Trott des Freiwilligenlebens in Tansania uns voll und ganz in Beschlag ( Uhh, maisha magumu!!!). Kurz: nichts Erwähnenswertes passierte.
Irgendwann trafen Romy und Rebecca ein und kurz darauf die neuen Freiwilligen (Laura und Jakob) und mit ihnen die Verpflichtung, sie sanft in den Alltag einzuführen. Da wurde Suaheli gelehrt, die Stadt gezeigt und alles was man so macht um ein paar Grünköpfen die Materie nahezubringen. Ihr kennt das bestimmt.
Die letzte Woche habe ich meine Freundin in der Kleinstadt Nzega in der Nähe von Tabora besucht und war also Gast in einer großen muslimischen Familie. Im Moment ist der Fastenmonat Ramadan, was aber nicht davon abhalten konnte, den Herd anzuschmeißen und den Christen aus der Ferne rund um die Uhr kulinarisch zu verwöhnen. Jetzt habe ich ein kleines Bäuchlein. Als ich in Mwanza am Busbahnhof ankam wurde ich unfreiwillig Zeuge, wie ein Dieb zu Tode geprügelt wurde. Weil man so etwas nicht alle Tage sieht und ich auch nicht wirklich darauf vorbereitet gewesen bin, könnt ihr sicherlich eine gewisse Schockreaktion meinerseits nachvollziehen.
Montag geht’s los nach Dar, Mittwoch in den Flieger, Samstagnachmittag Kaffee und Kuchen in der Paul-Steen-Str. 22. Wer das hier liest ist herzlich eingeladen.
Um jetzt aber denjenigen unter euch, die des Suahelis nicht mächtig sind etwas Klarheit zu schenken und auch um meiner allgemeine Grundstimmung im Moment noch einmal explizit Ausdruck zu verleihen, möchte ich diesen wahrscheinlich letzten Eintrag auf dieser Seite abschließen mit der sinngemäßen Übersetzung der Überschrift und zwar mit „ICH WILL HIER NICHT WEG!“
Ps. weil es mich interessiert: Die Kosten des Theaterdings haben sich zusammengesetzt aus Textbücher (8€), Raummiete (40€), Spanplatten (45€), Elektriker und Elektronik (20€), diversen Stoffen und dem Nähen derselben (50€), Anmeldegebühr des Events (15€), ein „Dach“ für den Chronisten (20€), Kleinkram wie Klammern, Farbe, Klamotten (20€). Zusammen ca. 200€, über die Hälfte haben wir netterweise von Alex‘ Onkel bekommen, der Rest ist nicht weiter tragisch.












